Nach Barcelona-Anschlag: Polizei vereitelt Terror-Attacke in Badeort

 

Barcelona (dpa) - Wenige Stunden nach dem Terroranschlag in Barcelona hat die Polizei in einem Küstenort in Katalonien fünf mutmaßliche Attentäter getötet. Sieben Menschen wurden in dem Touristenort Cambrils in der Nacht zu Freitag verletzt, wie die Behörden mitteilten. Darunter seien ein Polizist und zwei Schwerverletzte. Die Ermittler prüfen, ob die Täter die Attacke mit einem Lieferwagen in Barcelona mit mindestens 14 Toten nachahmen wollten und ob die Täter Sprengstoffwesten trugen.

Gegen 1.30 Uhr seien Einheiten zu der Operation rund 100 Kilometer südlich von Barcelona bei Tarragona ausgerückt. Man gehe von einem Terroranschlag aus, so die Polizei. Anwohner wurden aufgerufen, zuhause zu bleiben. Auf Videos waren Schüsse und Schreie zu hören. Ein Amateurfilm zeigte auch Männer, die auf dem Boden liegen. Das mögliche Anschlagziel, der Paseo Marítimo, ist voller Bars und Discos.

Die Täter wollten nach Medienberichten möglicherweise einen ähnlichen Anschlag wie in Barcelona verüben. Sie seien von der Polizei in einem Wagen aufgehalten worden. Als dieser nach einer Verfolgung umgekippt sei, seien sie geflohen und dann niedergeschossen worden. Medien berichteten, die Täter hätten zuvor mit dem Wagen mehrere Menschen verletzt.

Die Polizei überprüfte auch, ob eine Verbindung zwischen Cambrils, Barcelona und dem Ort Alcanar bestehe, wo am Mittwoch bei einer Explosion in einem Haus ein Mensch getötet wurde. Angeblich war der Fahrer von Cambrils in Verbindung mit einer Dschihadisten-Zelle in Alcanar, so die Zeitung «La Vanguardia» .

Am Donnerstagnachmittag wurden bei einem Anschlag mit einem Lieferwagen auf dem Boulevard Las Ramblas in Barcelona mindestens 13 Menschen getötet, rund 90 wurden verletzt. Der Fahrer des Wagens war bis in die Nacht noch auf der Flucht. Zwei Verdächtige wurden festgenommen.