Türkische Außenpolitik im Fokus (2018-15)

Einflüsse von Alparslan Türkeş auf die türkische Außenpolitik.

Türkische Außenpolitik im Fokus (2018-15)

Eine Bewertung von Dr. Cemil Doğaç Ipek, Lehrkraft an der Atatürk Universität.

Alparslan Türkeş, der Gründer der Nationalistischen Bewegungspartei MHP war eine wichtige Persönlichkeit der türkischen Politik. In den vergangenen Tagen wurde am 21. Jahrestag des Todes von Türkeş, mit Teilnahme von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan an Alparslan Türkeş gedacht. In der heutigen Folge unserer Sendereihe wollen wir die Ansichten von Türkeş über die türkische Außenpolitik sowie die Auswirkungen auf unsere Gegenwart unter die Lupe nehmen. 

Um die gegenwärtige aktive Außenpolitik der Türkischen Republik gut verstehen zu können, sollten Beispiele aus der Vergangenheit untersuch werden. In diesem Zusammenhang ist es nützlich, die Ansichten von Alparslan Türkeş zu untersuchen, die zu einem Zeitraum bestimmend für die türkische Außenpolitik waren, sowie Einflüsse auf Eurasien hatten.

Alparslan Türkeş kam in 1917 in Lefkoşa auf Zypern auf die Welt. In 1933 ließ er sich mit seiner Familie in der Türkei nieder. Der Nationalismus, der bei dem Übergansprozess vom Imperium zur Republik eine wichtige Rolle spielte, sowie die Ideen von Mustafa Kemal Atatürk, hatten bei der Bildung der Ideen von Alparslan Türkeş eine wichtige Rolle gespielt.

Alparslan Türkeş hatte anlässlich des 50. Jahrestags des Todestags von Ziya Gökalp, der wichtiger türkischer Nationalist war, eine Rede gehalten. Er sagte, “diese Ideen stützen sich auf Ziya Gökalp. Aber die neue Zeit habe neue Bedingungen mit sich gebracht. Laut den neuen Bedingungen müssen bei den Prinzipien eine Reihe von Änderungen unternommen werden. Aber die Grundlage habe sich nicht geändert. Die Prinzipien Türkisierung, Islamisierung und Modernisierung sind auch in der Gegenwart noch gültig.

Nach Ansicht von Türkeş sollte die Außenpolitik eines Staates so geregelt und geführt werden, dass bei den Beziehungen mit anderen Staaten, die Interessen des eigenen Staates beschützt werden. Geopolitik macht in der Außenpolitik einen wichtigen Platz aus. Die Beziehungen mit den Staaten innerhalb derselben Geographie werden im Vordergrund gehalten. Nationale Ziele waren für Türkeş die vorrangigen Faktoren für die Festlegung der Außenpolitik. Als wichtigste Faktoren traten die Unabhängigkeit und territoriale Integrität eines Staates in den Vordergrund. Während der geschichtlichen Entwicklung haben sich Nationen immer um die Gewährleistung einer stärkeren politischen Struktur sowie einer gut ausgestatteten militärischen Ordnung und noch mehr Wohlstand bemüht. Aus diesem Grund ist die Gewährleistung dieser Faktoren das zweite Ziel der Außenpolitik. Außenpolitik und Innenpolitik nehmen Kraft voneinander und haben gegenseitige Auswirkungen. Nach Ansicht von Türkeş kann ein Staat nicht stark sein, wenn keine Einheit, Gemeinsamkeit, Solidarität, Bewusstsein und Ruhe vorhanden sind. Je stärker man im Inland ist, desto einflussreicher werde die Außenpolitik sein. Türkeş betrachtete die Vereinten Nationen als Befreier von  belagerten Nationen, der von wirtschaftlichen Problemen geplagten Gesellschaften, sowie Garantie für Wohlstand und Frieden auf der Welt. Aber Türkeş vertrat auch die Ansicht, dass die Vereinten Nationen wegen der privilegierten Position von einigen Staaten diese Mission nicht erfüllen konnten.

Auf der anderen Seite sehen wir, dass Alparslan Türkeş und Staatspräsident Erdoğan die Vereinten Nationen aus derselben Perspektive betrachten und Kritik an der ungerechten Struktur des Weltsicherheitsrats ausübten. Staatspräsident Erdoğan hat mit seinem Slogan „Die Welt ist grösser als Fünf“ dieses Thema auf die internationale Tagesordnung getragen.

In 1933 hatte Atatürk und in 1944 Türkeş den Zerfall der Sowjetunion vorausgesehen, was in 1991 stattfand. Nach dem Zerfall erlangten die Türk-Republiken ihre Unabhängigkeit. Türkeş hatte darauf hingewiesen wie die Beziehungen mit den Türk-Republiken sein sollten. Eine Annäherung zwischen den Türk-Republiken und die Aufnahme von engen Beziehungen sollten niemals anderen schaden und auf keinen Fall die Absicht für einen Angriff haben. Ziel der  beabsichtigten Solidarität und Zusammenarbeit sollte auf Frieden, Wohlstand, Gutwilligkeit beruhen. An dem heute angelangten Punkt stellt die Außenpolitik eines der wichtigsten Elemente der Staaten für eine Interaktion dar. Ein Staat nimmt Beziehungen mit den Nationen in derselben Geographie, mit Gesellschaften mit gemeinsamer Kultur über die Mittel der Außenpolitik auf. Wenn wir die Ansichten von Türkeş zusammenfassen, sollte ein Staat bei der Gestaltung seiner Politiken von allen Möglichkeiten profitieren, ohne dabei die Unabhängigkeit und die territoriale Integrität zu gefährden. In diesem Zusammenhang sollten die Funktionäre der Türkischen Republik bei der Gestaltung der Außenpolitik die nationalen Interessen festlegen und demnach handeln. Dabei sollte die eigene Position gut analysiert und demnach gehandelt werden.

Alparslan Türkeş hat bis zu seinem Tod der türkischen Nation und der Türken-Welt gedient. Er widmete sein Leben der Türkei und der türkischen Nation. In der Gegenwart wahrt die Türkische Republik unter der Vorreiterrolle von Staatspräsident Erdoğan das Erbe von Atatürk und Türkeş und dient somit der türkischen Nation und der Türken-Welt.



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