Öko-Politik (2018-02)

Bohrungen im östlichen Mittelmeerraum beginnen.

Öko-Politik (2018-02)

Bohrungen im östlichen Mittelmeerraum beginnen

Prof. Dr. Erdal Tanas KARAGÖL

In den letzten Jahren wurden im östlichen Mittelmeerraum bedeutende Entwicklungen auf der Energieachse verzeichnet. Im Jahr 2009 haben internationale Energieunternehmen bei den Bohrungsarbeiten nach  Kohlenwasserstoff  in der Region große Erdgasfelder entdeckt und die Energieakteure im östlichen Mittelmeerraum in Bewegung gesetzt.  

Israel, die inselgriechische Administration, Ägypten und der Libanon haben die Suchaktivitäten nach Kohlenwasserstoffe beschleunigt und im östlichen Mittelmeerraum viele Erdgasfelder unterschiedlicher Größe entdeckt.

Israel hat das in der ausschließlichen  Wirtschaftszone (AWZ)  das Erdgasfeld Leviathan  im Jahr  2010 entdeckt.  Es ist submarines  Erdgasfeld im Mittelmeer, im  Levantischen Becken vor der Küste Israels. Es liegt in etwa 1500 m Wassertiefe ca. 130 km westlich von Haifa und etwa 47 km südwestlich des  Tamar-Erdgasfeldes. Südzypern hat im Jahr 2011 das Erdgasfeld Aphrodite und Ägypten im Jahr 2015 das Erdgasfeld Zohr entdeckt. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass die Eigentümer der Reserven und die Länder dadurch nicht immer im Vorteil sind. Für die Kommerzialisierung dieser Ressourcen wird zunächst die geeignete Route oder Transitstrecke benötigt, die auf internationalen Märkten stattfinden soll.

 

Auf der anderen Seite hat jedes der östlichen Mittelmeerländer ein großes Hindernis zu überwinden, um den Vorteil zu nutzen. Dafür müssten in erster Linie  die politischen Probleme gelöst werden, die auf internationales Echo stoßen. Aufgrund dieser Schwierigkeiten ist es offensichtlich, dass sich die Länder im östlichen Mittelmeerraum für eine Weile noch in einem Teufelskreis befinden werden, um das Erdgas im östlichen Mittelmeerraum zu vermarkten.

Trotz der Einwände der Türkischen Republik Nordzypern und der Türkei, hat Südzypern im Mittelmeer einseitig die ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ)  festgelegt und mit ihrem Verhalten gegen internationales Recht verstoßen und zu einer ernsthaften Krise geführt. Die Türkei hat angesichts dieses Verhaltens der südzyprischen Administration  niemals geschwiegen und tatenlos zugesehen. Sie erteilte eine Lizenz für Suchaktivitäten in der Region und gab eine wichtige Botschaft, dass sie ein Mitspracherecht im östlichen Mittelmeerraum hat.

Die Türkei hat mit der Nationalen Energie-und Bergbaupolitik, die vom Ministerium für Energie und natürliche Quellen betrieben wird,  unter Beweis gestellt, dass sie ihre Präsenz im östlichen Mittelmeer zeigt.

In diesem Rahmen hat das seismische Messungsschiff „Barbaros Hayrettin Pascha“ der Türkischen Petroleum-Gesellschaft im April 2017 die Tiefseebohrungen zur Erkundigung von Erdgasreserven im Mittelmeer gestartet und einen Beitrag zur Beschleunigung der Aktivitäten der Türkei geleistet.

Einer der wichtigsten Schritte in den letzten Tagen ist das Bohrschiff “Deepsea Metro-2”, das in die Türkei gebracht wurde. Es hat die Erdgassucharbeiten im Mittelmeer im letzten Jahr beschleunigt.

Wahrscheinlich wird die Türkei in den ersten Monaten des Jahres 2018 das erste Bohrfeld im Mittelmeer in Betrieb nehmen.

 

Die Türkei ist aufgrund ihrer vorteilhaften geographischen Lage in der Region und ihrer politischen und wirtschaftlichen Stabilität ein ideales Tor für die östlichen Mittelmeerländer, die so schnell wie möglich ihr Erdgas verkaufen wollen.

Auch der Bau von TANAP geht dem Ende zu und die Arbeiten von TurkishStream schreiten voran und werden die Türkei zu einem Land machen, die die Richtung des Erdgashandels geben wird.

 

 



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