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Aus der Perspektive der Türkei (2018-01)

Aus der Perspektive der Türkei.

Aus der Perspektive der Türkei (2018-01)

Die Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, der die seit Jahrzehnten anhaltende Ungerechtigkeit und Unterdrückung Israels gegen die Palästinenser unterstützt, war ähnlich wie die Referendum-Entscheidung von Barsani, ein Roulette mit geringen Gewinnchancen. Genau wie generell auch prognostiziert wurde, hat die im Nahen Osten von Trump gezündete „Atombombe“ im Bumerang-Effekt in den USA und in Israel eingeschlagen.

Auf dem auf Vorstoß der Türkei einberufenen außerordentlichen Gipfel der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) am 16. Dezember 2017 in Istanbul legte die islamische Welt, wenn auch teilweise unwillig, eine geschlossene Haltung ein. Die Beschlüsse haben weit über Jerusalem hinaus eine viel tiefere Bedeutung. Erstmals seit zwei Jahrhunderten verkündete die islamische Welt den gemeinsamen Willen, ein historisches Subjekt gegen das Dou USA und Israel darstellen zu wollen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass die Muslime die mythologische sowie psychologische Barriere überwunden haben, sich nicht vereint gegen die USA und Israel stellen zu können.

In einer chaotischen Atmosphäre, in der die muslimischen Staatssysteme wie im Irak, in Syrien, im Jemen und in Libyen gescheitert sind, die islamische Länder wegen ethnischen und konfessionellen Gründen in Konflikten stecken, Terrororganisationen wie DEASH mit unmenschlichen Methoden Glaubensgenossen massakrieren, der „arabische Frühling“ in den Golfstaaten sich in den „iranischen Sommer“ umgewandelt hat, die wegen der Muslimbruderschaft-Phobie paralysierte und geschwächte Al-Sisi-Regierung in Ägypten an der Macht ist, der libanesische Ministerpräsident in Saudi-Arabien seinen Rücktritt erklärt hat und die saudi-arabische Verwaltung eine „Flächenreinigung“ unternimmt, sind die Beschlüsse des OIC-Gipfels sowohl in der islamischen Welt als auch dem Rest der West als Hoffnungsschimmer gesehen worden.

Trotz alle dem kann kein legitimer oder illegitimer Führer in einem arabischen Land die Folgen einer Übergabe von Jerusalem an Israel seinem Volk erklären. Deshalb stimmte keiner sowohl beim OIC-Gipfel in Istanbul als auch bei in der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit „Nein“. Dann ansonsten hätte dies in den arabischen Straßen zu einer neuen Welle eines zweiten „arabischen Frühlings“ und auch zum Ende der instabilen Regime führen können.

Dieser Widerstand der islamischen Welt unter der Führung der Türkei trotz der Drohungen der USA und Israels, hat sich in der Vollversammlung der Vereinten Nationen zu einem globalen Aufstand umgewandelt. Gegen die Resolution stimmten nur kleine Staaten, deren Namen wir nicht einmal kennen. Und unterworfene Länder wie Antigua, Bahamas, Benin, Bhutan, Äquatorialguinea, Ruanda, Salomonen, Tuvalu und Vanuatu enthielten sich der Stimme. Trotz ihrer Macht sind die Jerusalem-Entscheidung der USA und die Methoden von Israel, von den westlichen Staaten und dem gewissenhaften Gewissen des Großteils der Weltbevölkerung verurteilt und die beiden Staaten isoliert worden. Gleichzeitig ist die Abstimmung in der Vollversammlung der Vereinten Nationen eine gute Antwort auf die Drohungen des US-Präsidenten gewesen, alle Staaten genau zu beobachten und bei einem „ja“ die Finanzhilfen zu stoppen.

Aus den Tweets von Trump ist zu entnehmen, dass er den Nahen Osten und die islamische Welt nicht sehr gut kennt. Mit seinem Vorstoß hat auch er selbst einen großen Schaden erlitten. Die Beschlüsse des OIC-Gipfels und die in der Vollversammlung der Vereinten Nationen angenommene Resolution haben der seit Jahren unter der Hegemonie der USA leidenden Welt etwas Atmen verschaffen. Es sieht danach aus, dass die neo-mongolische Belagerung im Nahen Osten sich dem Ende neigt und die alte Weltordnung nicht weiter fortgesetzt werden kann. Gegen die US-Hegemonie ist anscheinend die Unabhängigkeitslunte gezündet worden. Mal sehen was die nächsten Tage bringen.


Keyword: USA , OIC , Türkei

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