Türkei-Agenda (2017-25)

Der Sprecher des Staatspräsidiums, Ibrahim Kalın hat in seiner Kolumne in Daily Sabah, dem jüngsten Anschlag der Terrororganisation PKK Platz eingeräumt.

Türkei-Agenda (2017-25)

Nach Angaben von Kalın wurde der jüngste Anschlag der Terrororganisation PKK von ausländischen Medien ignoriert, weil diese Terroraktion nicht mit der vom Westen erfundenen Geschichte über den syrischen Ableger der Terrororganisation PKK übereinstimmte.

Bei dem Anschlag am 9. Juni in Batman Kozluk haben PKK-Terroristen Feuer auf das Fahrzeug von Bürgermeister Veysi Işık eröffnet und anschließend in der Nähe eines Gendarmerie-Kontrollpunkts eine Autobombe in die Luft gesprengt.

Bürgermeister Işık überlebte zwar das Attentat, aber durch die Schüsse der Terroristen wurde in einem anderen Fahrzeug die 22 jährige Musiklehrerin Şenay Aybüke Yalçın tödlich getroffen. Außerdem kam ein Soldat ums Leben.

Kalın schrieb, „der jüngste Terroranschlag der PKK ist von ausländischen Medien ignoriert worden. Die Ermordung der Lehrerin wurde in keiner einzigen Presse erwähnt. Denn dieses Ereignis passte nicht zu den erzählten Geschichten über YPG, dem Ableger der Terrororganisation PKK in Syrien. Diejenigen, die bei jeder Gelegenheit zur Freisprache der PKK und die Türkei zum Dialog und zu Verhandlungen aufrufen, haben es nicht für notwendig gehalten, dieses Ereignis zu verurteilen oder zu kondolieren. Dieser Prozess legt offen dar, dass wir in einer Zeit leben, in der der Terror und die Doppelmoral so ernst erlebt wurden, wie nie zuvor.

Im Dezember 2016 waren in Kayseri, Soldaten während eines Wochenurlaubs Ziel eines Terroranschlags geworden.

„Propaganda-Organe der Terrororganisation in Ländern wie Deutschland und Österreich  haben diesen Terrorakt gelobt. Als wir mit europäischen Funktionären über diese Themen sprachen, benutzten sie als Ausrede immer die Meinungsfreiheit. Seit wann wird eine Terrororganisation im Rahmen der Meinungsfreiheit betrachtet? Würden westliche Staaten mit irgendeiner Ausrede es zulassen, Terrororganisationen zu loben?“, sagte Kalın.

Nach den Terroranschlägen in Europa und USA hätten die zuständigen Staaten die Sicherheitsmaßnahmen erhöht und würden versuchen, ihre Bürger vor Terroristen zu beschützen, was auch richtig sei. Niemand könne ihnen etwas vorwerfen. Wenn aber der Antiterrorkampf der Türkei zur Debatte steht, würde Doppelmoral eintreten. Der Terror werde nur dann als globales Problem betrachtet, wenn es den Interessen des Westens schadet.

„Wenn das hässliche Gesicht des Terrors an einem anderen Ort auftritt, wird er für den Westen bedeutungslos. Diese Einstellung wird ihnen selbst schaden. In einer Zeit, in der die gegenseitige Abhängigkeit zunimmt, kann sich keiner mehr sicher fühlen. Man sollte von den Terroranschlägen in der nahen Vergangenheit Lehren ziehen. In den letzten Jahren sind wir Zeuge geworden, wie in der westlichen Presse PKK-YPG-Terroristen als Rollenmodell dargestellt wurden. Im Oktober 2014 wurde eine französische Zeitschrift kritisiert, weil sie zwei Kindersoldaten im Alter von 12 und 14 Jahren lobten, die an der Seite von YPG fotografiert wurden. Die Chefredakteure der Zeitschrift, die das Alter der Kinder anerkannten, hatten diese Kindersoldaten als beeindruckende Figuren betrachtet. Der Freispruch der PKK sowie die Imagepflege der Terroristen werden heute noch fortgesetzt. Im März wurde in der US-Zeitung New York Times geschrieben, dass in der Türkei die bewaffneten Gruppen; säkulare Kurden und DAESH aktiv sind. Dabei wurde der Name der PKK nicht erwähnt. In einer weiteren Nachricht wurde behauptet, dass die Terrororganisation PKK zur Ermordung von unschuldigen Menschen, Frauen und Männer einsetze. Als Argument wurde die Gleichberechtigung der Geschlechter bei Dienstleistungen verteidigt.

Nach Ansicht von Kalın ist es besorgniserregend, dass der Terroranschlag in Kozluk durch die Medien desensibilisiert wird. Die Welt will PKK-Terroristen nicht als Mörder oder Verbrecher betrachten. Das entlastet aber nicht die Verbrechen der PKK-Terroristen. Außerdem kontrolliert diese Terrororganisation ein Gebiet im Norden von Syrien. Nach Ansicht von Amnesty International und anderen internationalen Organisationen werden Kurden, die sich nicht der PKK anschließen und Nicht-Kurden, aus ihren Wohngebieten vertrieben. Damit begehe PKK Kriegsverbrechen. Natürlich übermitteln  die westlichen Medien die Ereignisse auf irgendeine Weise ihren Lesern. Aber die Tatsachen werden niemals mit der Terrororganisation in Verbindung gestellt und nur oberflächlich behandelt. Sie werden weder von verschiedenen Medien, noch von politischen Kreisen hinterfragt.

Parallel zu diesen Ereignissen wurde die junge Lehrerin Aybüke Yalçın, die im vergangenen Oktober nach Batman entsandt wurde und noch eine glänzende Zukunft vor sich hatte, Opfer eines Terroranschlags. Es gibt noch viele weitere Personen, die für die Ausbildung von weiteren Kindern ihr Leben riskieren. Es ist die moralische Verantwortung eines Jeden, trotz des doppelmoralischen Diskurses im Antiterrorkampf, die Erinnerungen dieser Menschen lebendig zu halten.



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