Rede von Erdoğan vor UN-Vollversammlung

Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hat seine Kritik zur institutionellen Struktur der UN an die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer gerichtet.

Rede von Erdoğan vor UN-Vollversammlung

Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hat seine Kritik zur institutionellen Struktur der UN an die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer gerichtet. Bei seiner Rede auf der 73. Tagung der UN-Vollsammlung äußerte Erdoğan erneut seine Kritik „Die Welt ist größer als fünf”.

„Der UN-Sicherheitsrat diene den Interessen der fünf Veto-Mächten und ist angesichts der Qualen auf der Welt tatenlos”, sagte Erdoğan und kritisierte zugleich die Nahost-Politik der USA.  Nach den Worten des Staatspräsidenten würde das Schweigen angesichts des Leids der Palästinenser und der Bemühungen zur Streichung von Hilfen an Palästinenser nur den Mut der Despoten stärken.  

Auch kritisierte Erdoğan Washington im Bezug auf die PKK. „Zugunsten taktischer Interessen sind Terroristen in Syrien mit Waffen, die auf zehntausenden Lastwagen und tausenden Frachtflugzeugen beladen wurden, geliefert worden. In der Zukunft werden sie dafür zahlen.”

Bezüglich des in den USA lebenden Anführers der gülenistischen Terrororganisation (FETÖ) sagte Erdoğan, die FETÖ würde allein von den Charter-Schulen in den 27 US-Bundesstaaten jährlich 763 Million Dollar vom Staatsbudget beziehen.  Derzeit lebe der FETÖ-Anführer in Pennsylvania auf einem Grundstück mit einer Größe von 400.000 Quadratmeter. Von hier aus bereite er terroristische Aktivitäten in 160 Ländern, erklärte der Staatspräsident.  

Zudem veranschaulichte Staatspräsident Erdoğan die Ungerechtigkeiten auf der Welt indem er sagte, „Wenn das Vermögen der reichsten 62 Männer auf der Welt rund die Hälfte der Weltbevölkerung, also 3,6 Milliarden Menschen, entspricht, dann liegt hier ein Problem vor. Wenn 258 Millionen Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt für bessere Lebensumstände durch die Straßen ziehen und 68 Millionen weitere mit Gewalt vertrieben werden, dann liegt hier ein Problem vor. Wenn die Sterberate eines in Afrika geborenes Kindes im Vergleich zu einem Kind, dass in New York auf die Welt gekommen ist, um das neunfache höher liegt, dann liegt hier ein Problem vor.”

Die Bemühungen der Türkei zur Lösung der Syrien-Krise schnitt der Staatspräsident ebenfalls an. Die türkischen Streitkräfte hätten Dscharablus und Rai von der Terrormiliz DAESH und Afrin von der PKK/PYD/YPG befreit und ein 4.000 Quadratkilometer großes Gebiet für Millionen Syrer sicher und zugänglich gemacht. Bis heute habe die Türkei für die syrischen Flüchtlinge 32 Milliarden Dollar ausgegeben. Die Unterstützung von außerhalb, von internationalen Einrichtungen belaufe sich indessen auf einen Betrag von 600 Millionen Dollar. Die EU habe de facto einen Beitrag in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar geleistet, so die Worte von Erdoğan.  

Der Staatspräsident appellierte an die UN damit sie das Sprachrohr der Menschheit für die Gerechtigkeitserwartungen wird und diese auch anwendet. Er sei für eine Schlichtung sämtlicher Probleme auf der Grundlage eines konstruktiven Dialogs. Damit die Welthandelsordnung nicht mit einseitigen Beschlüssen zerstört werde, müsse gemeinsam gearbeitet werden, sagte Staatspräsident Erdoğan und fügte hinzu, „Die Türkei beantragt die Bildung einer Jugendeinrichtung der Vereinten Nation umgehend wie möglich mit Sitz in Istanbul.”



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