Erdoğan gibt Interview für portugiesischen Sender

Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hat nochmals die Zusammenarbeit der USA mit dem syrischen Ableger der PKK, YPG, kritisiert.

Erdoğan gibt Interview für  portugiesischen Sender

Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hat nochmals die Zusammenarbeit der USA mit dem syrischen Ableger der PKK, YPG, kritisiert. Das sagte Erdoğan in seinem Interview für den portugiesischen RTP Kanal.   

Die US-Soldaten würden mit der YPG zusammen voranschreiten. Washington habe die Terrororganisation sogar mit schweren Waffen beliefert. Außerdem sagte er, dass die USA, trotz der Warnungen an US-Präsident Donald Trump im vergangenen Monat, die Operation in der syrischen Stadt Rakka in Zusammenarbeit mit der PYD/PKK verwirklichen würde. Wenn ein Angriff gegen die Türkei erfolge, werde Ankara umgehend die erforderlichen Schritte einleiten.   

Zu den Beziehungen zwischen der Türkei und der EU sagte Erdoğan, trotz einer 54-jährigen Vergangenheit würde die Türkei weiterhin vor dem EU-Tor warten. Sie sei immer noch nicht in die Union aufgenommen worden.  

Außerdem erklärte der Staatspräsident, für die Lösung der Syrien-Krise würden die Türkei, Russland und der Iran ihre Arbeiten fortsetzen und eine Beteiligung der USA und Saudi-Arabiens in den Prozess sei erwünscht. Der Iran sei ein wichtiger Akteur bei der Lösung der Syrien- und Irak-Krise. Denn diese Länder würde eine Nähe der Regime und Konfessionen miteinander verbinden.

Erdoğan brachte auch sein Unbehagen über die Verbindung von Terrororganisationen mit dem Islam zum Ausdruck. Die Türkei sei als ein muslimisches Land gegen jede Art des Terrors. Ein Muslime, der gegen den Terror sei, könne nicht mit Terroristen gleichgesetzt werden. In jüngster Zeit würde der Begriff des islamischen Terrors, in Europa und in verschiedenen Teilen der Welt, gebraucht werden. Das sei inakzeptabel. Niemand habe das Recht so eine Bezeichnung zu verwenden. Denn der Islam sei eine Religion des Friedens. Schließlich würde eine Bezeichnung des christlichen Terrors auch nicht verwendet werden. Solch eine Bezeichnung passe zu keiner Weltreligion.   

Bezüglich der Golf-Krise sagte Erdoğan, die Sanktionen gegen Katar durch einige arabische Länder seien nicht richtig. Ein Muslim dürfe nicht gegenüber einem anderen Muslime, vor allem im Fastenmonat Ramadan, solche Sanktionen beschließen. Die Türkei wünsche sich eine Schlichtung des Konflikts über einen Dialog bis zum Ramadan-Fest. Dabei würden sie einer Vorreiterrolle durch Saudi-Arabien zuversichtlich blicken.    

Ferner sagte Erdoğan, dass einige westliche Länder nach dem Putschversuch der gülenistischen Terrorvereinigung FETÖ am 15. Juli den juristischen Prozess in der Türkei kritisieren würden. Diese Länder würden sich respektlos gegenüber der Türkei verhalten. Staatspräsident Erdoğan erinnerte daran, dass sich in der Nacht am 15. Juli FETÖ-Mitglieder als Soldaten verkleideten und sich unter das Militär gemischt hatten. Länder, die nach diesem Putschversuch nicht die Türkei angerufen und ihre Trauer zum Ausdruck gebracht hätten, dürften Ankara nicht kritisieren.

Mehrere Militärs, die am Putschversuch verwickelt waren, seien nach Griechenland und Deutschland geflüchtet. Einige seien sogar in der Nato vertreten gewesen und hätten jetzt innerhalb des Bündnisses Unterschlupf gefunden. Erdoğan fragte, wie das gerechtfertigt werden könnte. Putschisten im Militär würden in Nato-Länder flüchten.

Derzeit seien mindestens zehn Putschisten in Griechenland. Erdoğan fragte, warum Athen Terroristen verteidige. Das seien Terroristen und müssten an die Türkei ausgeliefert werden.

Die FETÖ habe sich in das Militär, Polizei, Justiz und in weitere Staatsorgane eingeschleust. Jetzt würde in der Türkei mit dem Ausnahmezustand die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.  



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